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Albert Kahnlein wurde am 4. November 1908 in Reyersbach bei Mellrichstadt als erstes Kind des Vieh- und Eisenwarenhändlers Moses (Moritz) Kahnlein und dessen Ehefrau Marianne geb. Wildberg geboren. Er besuchte nach der Volksschule die Realschule, war kaufmännischer Lehrling und dann kaufmännischer Gehilfe. Ab dem Jahre 1928 war er im elterlichen Viehhandelsgeschäft tätig, seit ca. 1930 in Oberelsbach, wohin die Familie um 1930 gezogen war.
Bereits 1935 trugen Albert und sein Bruder Siegfried sich mit der Absicht, nach Argentinien zu emigrieren, um dort in einer sog. ICA-Siedlung (Jewish Colonization Association) zu leben. Diesen Plan setzten sie allerdings nicht um.
Als den Kahnleins im Jahr 1937 ihre Viehhandelskarte entzogen wurde, wandten sie sich Anfang Januar 1938 an den Bad Kissinger Distriktsrabbiner Max Ephraim, mit der Bitte, ihnen bei der Suche nach einer Beschäftigung für die Brüder Albert und Siegfried behilflich zu sein. Auf Vermittlung Max Ephraims kam kurze Zeit später ein Vorstellungsgespräch in Bad Kissingen zustande, und beide erhielten Zusagen für eine Anstellung.
Seit 1. April 1938 war Albert Kahnlein als Haus- und Küchenhilfe im Hotel Seelig in Bad Kissingen beschäftigt. Während des Novemberpogroms hielt er sich jedoch in Oberelsbach auf. In der Nacht zum 10. November 1938 zwischen 3.00 und 3.30 Uhr am Morgen wurden die Schaufensterscheiben im Haus der Kahnleins eingeschlagen und im Innern des Hauses Gegenstände beschädigt, z. T. auch zerstört. Die Täter kamen aus Ostheim v. d. Rhön, die Häuser der jüdischen Bewohner wurden ihnen von zwei ortsansässigen Bürgern gezeigt. Albert wurde gemeinsam mit seinem Vater Moritz und zwei weiteren Oberelsbacher Bürgern in sog. Schutzhaft im Amtsgerichtsgefängnis Bad Neustadt a. d. S. genommen und bis 19. November 1938 eingesperrt.[1]
Albert jedoch wurde am 24. November 1938 ins KZ Dachau eingewiesen und erst am 7. Januar 1939 wieder entlassen. Der Vater bat das Bezirksamt Bad Neustadt um die Freilassung von Albert Kahnlein, da er das Ausreisevisum seines Sohnes nach China am 15. Dezember 1938 erhalten hatte.
Im Mai 1939 war Albert Kahnlein noch in Oberelsbach gemeldet, am 3. Oktober 1939 befand er sich schon im Arbeitseinsatz. Zuletzt war er im Landwerk Neuendorf tätig, einer jüdischen Ausbildungsstätte bei Fürstenwalde in der Nähe von Berlin, die zur Vorbereitung der Auswanderung diente. Albert Kahnlein verstarb am 13. November 1940 im jüdischen Krankenhaus in Berlin und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weisensee beigesetzt. Seine Eltern wurden am 22. April 1942 über Bad Neustadt a. d. S. und am 25. April 1942 ab Würzburg nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet. Sein jüngerer Bruder Siegfried wurde am 15. Dezember 1941 von Hannover nach Riga deportiert und dort ermordet, so dass niemand aus der Familie überlebte.[2]
[1]Mehr als Steine – Synagogengedenkband III/2.1, S. 831
[2]Chronik des Marktes Oberelsbach 2012, S. 321-333
Heimatjahrbuch Rhön Grabfeld 2015, S. 196-217
https://www.biografisches-gedenkbuch-bk.de/datenbank/38559.Datenbank.html?detID=313. Vielen Dank an Rudolf Walter für den freundlichen Hinweis.
https://jufged.rotraud-ries.de/jg-oberelsbach/
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