Opfer und Überlebende

Opfer und Überlebende[1]

1939 wohnten noch folgende jüdische Mitbürger in Oberelsbach, die der Vernichtung durch die Nationalsozialisten nur deshalb entgingen, weil sie Deutschland rechtzeitig verlassen konnten:

 

FRANK Max, geb. 26.04.1886 (Textilwarenhändler) und Meta, geb. Hirschmann am 28.07.1885, emigrierten 1939 mit ihren Töchtern Fanny, geb. 25.10.1914, und Nora, geb. 06.01.1920, in die USA.[2]

HIRSCHMANN Eva, geb. Heinemann am 13.06.1858 in Fuchsstadt, die Mutter von Meta Frank und Hilde Silbermann, wanderte mit ihren Angehörigen ebenfalls in die USA aus.[3]

 

HAAS Sigmund gelang 1935 die Ausreise nach Südafrika, den Behörden wurde mitgeteilt, dass er die Staatsangehörigkeit der Südafrikanischen Union erhalten hatte.[4]

 

HAAS Gabriel, geb. am 02.11.1873 (Viehhändler) und Selma, geb. Baum, am 27.04.1879, zogen im Spätherbst 1939, nach Ausbruch des Krieges, zunächst nach Schweden zu ihrem Sohn Leopold, geb. am 23.07.1903. Leopold arbeitete bereits seit dem Frühjahr 1938 in Schweden und konnte für seine Eltern ein Transitvisum erhalten. Im Frühjahr 1941 reisten Gabriel und Selma weiter in die Vereinigten Staaten, zu ihrer Tochter Kathinka, geb. am 25.12.1904. Diese war seit 1927 mit Nathan Kaufmann verheiratet und lebte mit ihm und den gemeinsamen Kindern Karl und Lothar in Großkrotzenburg. Im Mai 1939 waren sie dort noch wohnhaft, danach gelang ihnen die Ausreise in die USA. Dort bewirtschafteten sie eine Farm in New Jersey, an der Ostküste.

Als Gabriel und Selma ihren Heimatort Oberelsbach verließen, wurden sie von alten Freunden bespuckt. Sie gehörten zu den Letzten, die vor den Nazis fliehen konnten.

Gabriel verstarb am 13.05.1950 in New Jersey, USA und ist auf dem Friedhof Paramus, New Jersey, beigesetzt. Selma zog 1953, nach dem Tod ihrer Schwiegertochter zu ihrem Sohn Leopold nach Schweden. In Stockholm starb sie am 27.09.1963. Leopold verstarb am 29.05.1971 in Stockholm, Schweden; Kathinka am 19.05.1996 in New Jersey, USA.[5]

 

HAAS Michael und seine Zwillingsschwester Rosi, beide geb. am 11.10.1910, wanderten in die Vereinigten Staaten aus.

 

SILBERMANN Leo, geb. 03.02.1915, flüchtete nach England, sein Bruder Manfred, geb. 28.10.1910, reiste nach Palästina aus. Die beiden waren die Söhne von Heinrich Silbermann, der im Ghetto Theresienstadt verstarb.

 

SILBERMANN Max, geb. 18.11.1888 und Hilde, geb. Hirschmann, am 09.08.1886, flüchteten im Herbst 1939 mit ihren Kindern Heinz, geb. am 07.09.1924, und Anneliese, geb. am 20.03.1923, in die Vereinigten Staaten.

Ihre Tochter Paula Silbermann, geb. am 18.05.1920, war seit Februar 1937 beim Rabbiner Abraham Michalski in Karlsruhe in Stellung, um sich auf eine Haushaltsschule der zionistischen Misrach-Bewegung vorzubereiten. Sie war in der Pogromnacht zu Besuch bei ihrer Familie und flüchtete bereits während der schrecklichen Ereignisse barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet bis zur Kapelle am Ortsausgang. Dort kleidete sie sich rasch an und eilte nach Wegfurt zum Zug. Sie wanderte nach New York, USA aus.[6]

 

 

[1]Die Daten der Überlebenden entsprechen dem heutigen Stand und sind möglicherweise nicht vollständig.

[2]Chronik des Marktes Oberelsbach 2012, S. 321-333

      Heimatjahrbuch 2015, S. 196-217

      Namensverzeichnis, der am 30. Januar 1933 in Oberelsbach wohnhaft gewesenen Juden, vom Markt Oberelsbach erhalten

[3]    Mehr als Steine – Synagogengedenkband III/2.1, S. 831

[4]    Mehr als Steine – Synagogengedenkband III/2.1, S. 831

[5]E-Mail-Kontakte mit Peter Haas, Leopolds Sohn, zwischen Mai und Juli 2025.

[6]Wie Fußnote 2 und 3

Moritz Kahnlein

Marianne Kahnlein

Albert Kahnlein

Siegfried Kahnlein

Selma Haas

Rosalie Haas

Heinrich Silbermann

Betty Silbermann

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